Montag, 12. Juni 2017

Unvernünftige Entscheidungen.... oder der richtige Bus



Es gibt eine Geschichte von Ajahn Brahm, einem buddistischen Mönch, der in seinem Buch „Die Kuh die weinte“ (Buddhistische Geschichten auf dem Weg zum Glück) vom Warten auf den Bus erzählt. Sinngemäß nacherzählt geht die so:

Manchmal stehen wir vor Aufgaben, deren Lösung wir nicht sehen können. Wir zermartern uns das Gehirn, aber es fällt uns nichts ein. Dann ist es manchmal ganz gut sich einfach an den Straßenrand zu setzen, und auf den Bus zu warten. Der kommt ganz bestimmt. Manchmal dauert es länger, manchmal geht es schnell. Und manchmal steigen wir auch in den falschen Bus ein. Das ist aber auch kein Problem, dann steigen wir an der nächsten Haltestelle einfach wieder aus und warten auf den nächsten Bus.

Ich liebe diese Geschichte und erzähle sie immer in meinen Workshops und Coachings. „Ist der Bus schon gekommen?“ wird dann oft zu einer geflügelten Insider Frage.

Bei mir ist er jetzt aufgetaucht und zwar nicht nur als Methapher sondern in Form eines VW T5 Camping Busses.

Vor erst 5 Monaten habe ich mir ein neues Auto gekauft, einen Renault Dacia (Kleintransporter) praktisch, günstig und sinnvoll als Auto für unseren Hof und als Auto für mich. Brauch ja nichts Besonderes, hab ich mir gedacht.



Seit ich mit dem Coaching begonnen habe, überlege ich wie ich es anstellten könnte, das Gäste bei mir, während der Intensivtage 1 x direkt bei mir am Hof übernachten können. Dabei kamen folgende "Busse" vorbei:

Bus Nr. 1: Schäferwagen oder Zirkuswagen aus Holz: Wunderschön und romantisch, direkt auf der Pferdewiese aufgestellt - ein Traum
Bus Nr. 2: Ein Wohnwagen – günstige, schnelle Möglichkeit
Bus Nr. 3: Ausbau des Heubodens zu einer Übernachtungsmöglichkeit – romantisch, urig, originell
Bus Nr. 4: Umgebauter Campingbus - VW T5

Erst der vierte Bus war der richtige. Im Laufe meines Lebens habe ich gelernt mich auf meinen Instinkt zu verlassen. Der Schäferwagen war ein Traum. Ich hab recherchiert, „will haben“ und „ebay“ durchsucht, einige Exemplare angesehen, einen Baumeister mit der Planung eines Eigenbaus beauftragt, über FB Kontakte versucht an so einen tollen Wagen heranzukommen. Nichts hat funktioniert. Immer war irgendein Haken dabei warum es nicht gepasst hat. Ich hab den Bus weiterfahren lassen. 

Mit dem Wohnwagen und dem Dachbodenausbau wars genau so. Wir hatten einen tollen Handwerker der uns alles gemacht hätte aber… als es dann soweit war, konnte ich nicht mit 100 %iger Sicherheit zusagen. Ich hab die Busse weiterfahren lassen.  

Und dann, in einem Gespräch mit Andi beim Autofahren, einfach so herumgesponnen, kam die Idee eines Campers auf. Und plötzlich hat mein Herz zu hüpfen begonnen. Das ist jetzt mein Bus, war mir schnell klar. Und dann ergab eines das andere. 1 x auf „Will haben“ geschaut, VW gefunden, verliebt, angerufen, besichtigt, gekauft. (3 Tage)

Grundsätzlich vollkommen unvernünftig, wenn Frau es von der finanziellen Seite betrachtet. Aber…seit ich den Kaufvertrag unterschrieben habe, hat sich für  mich eine ganz neue Welt eröffnet. Jeden Tag habe ich mindestens eine Idee was ich mit dem Bus alles machen, erleben bewirken werde und ich freu mich irrsinnig darauf. Und ich bin mir sicher, dass sich vieles und noch viel mehr für mich erfüllen wird. Das war bis jetzt immer so!

Was lernt man draus:

  • Warten auf den richten Bus bedeutet nicht „Nichts tun“
  • Der Bus kommt bestimmt, vielleicht ist aber nicht der erste Bus der Richtige
  • Wenn zu viele Wiederstände kommen, entweder innerlich oder äußerlich, dann ist es meist nicht der richtige Bus (gemeint sind nicht andere Menschen die einem etwas ausreden möchten)
  • Entscheiden bedeutet Entfalten und neue Räume öffnen

Manchmal muss man unvernünftig sein wenn es sich gut anfühlt

Sonntag, 4. Juni 2017

Die Füße am Boden, den Kopf in den Wolken und das Herz am rechten Fleck

Ich bin ein sehr bodenständiger Mensch der mit beiden Beinen fest im Leben steht. Ich kann sehr vernünftig denken und handeln, meine Zeit gut einteilen, habe viel körperliche Kraft und mentale Stäke. Ich kann gut mit Geld umgehen, die Buchhaltung machen, gehe versiert mit dem Computer um und stelle mich auch mit Werkzeug nicht ungeschickt an. Gerade auf meinem Bauernhof mit den vielen Tieren brauch ich immer wieder meine Bodenhaftung.


Mein Kopf ist aber immer schon in den Wolken gewesen. Ich hatte als Kind schon eine lebhafte Fantasie, hab Freundinnen mit selbst erfundenen Geschichten unterhalten und verbrachte Stunden damit mir Dinge und Wünsche auszumalen und in jedem Detail vorzustellen.

In meinen Tagträumen hatte eine Hütte im Wald an einem Bach, war auf einem schwarzen Pferd unterwegs um die Welt zu retten oder baute Baumhäuser in denen ich dann vollkommen unabhängig lebte. Ich wünschte mir einen Hund und war tapfer und mutig und eine Kriegerin für Gerechtigkeit. Außerdem hatte ich einen Engel als Freund und manchmal hatte ich auch selbst Zauberkräfte mit denen ich andere Menschen in Erstaunen versetzte. (ich geb zu ich war auch ein bisschen von den Fernsehserien der späten 70iger und frühen 80iger beeinflusst)

Ich glaube das es die Balance zwischen Kopf (Verstand) und Seele (Geist) braucht um ein gutes Leben zu führen. Das Herz (innere Stimme) steht so irgendwo dazwischen, als Vermittler zwischen Realität und Spiritualität.

In verschiedenen Lebensphasen dominieren oft die eine oder andere Komponente mehr. Den Kopf und Verstand während wir unser Leben aufbauen, lernen, studieren, die ersten Jobs annehmen. Dann kommt oft eine Phase in der das Herz mit allen dazugehörigen Gefühlen sehr stark wird. Wenn wir uns verlieben, eine Familie gründen, Nest bauen die Kinder aufziehen. Und meist, meiner Erfahrung nach so um die 40, manchmal auch früher, meldet sich dann ganz stark der Geist mit der Spiritualität zurück. Fragen wie „War das schon alles…? Wofür bin ich da….? Was soll ich mit meinem Leben anfangen….? usw.“ drängen sich in diesem Lebensabschnitt sehr in den Vordergrund.

Eine ausgewogene Balance zwischen den drei Komponenten macht uns aus. Seit einigen Jahren schon geht der Trend dahin weg vom Kopf und hin zum Herz bzw. zur Seele und Spiritualität. Grundsätzlich unterstütze ich das sehr, glaube aber auch das unser Kopf genauso wichtig ist wie Geist und Herz. Mit ein bisschen Übung und Bewusstsein schaffen wir es zu sehen das alle Komponenten für uns da sind und jeweils das Beste für uns wollen.

Wir brauchen unseren Kopf und den Verstand um Neues zu lernen, oder um z.B. im Straßenverkehr zu überleben und logische Schlussfolgerungen zu ziehen. Wir brauchen den Geist um uns zu erfahren und uns als spirituelle Wesen zu sehen die alle miteinander verbunden sind. Wir brauchen unser Herz das uns sagt was gut für uns ist, wie unser Weg sein könnte und wie wir Freude empfinden können.

Leben mit
 den Füßen am Boden, dem Kopf in den Wolken und dem Herz am rechten Fleck!

Mittwoch, 31. Mai 2017

Wie ist das mit dem Urlaub wenn man so viele Tiere hat…

Wie ist das mit dem Urlaub wenn man so viele Tiere hat, wurde ich früher sehr oft von Familien mit Kinder, die sich Hof-Sonnenweide ansehen wollten, gefragt.

Seit ich mich auf Coaching spezialisiert habe kommt diese Frage nur mehr ganz selten, und wenn dann wird sie von den Besucherinnen gleich selbst beantwortet. Ich denke das meine Gäste sehr schnell spüren und sehen, das Urlaub im klassischen Sinnen, für uns kein wichtiges Thema ist.

Gestern Abend habe ich mir einfach meinen Laptop geschnappt und mich auf einen alten Teppich zu den Eseln und Pferden auf die Wiese gelegt. Dabei war ich, wie schon so viele Male, unglaublich dankbar dafür das ich mich für dieses Leben entschieden haben.


Es gibt keine freien Tage mehr, keinen geregelten Arbeitsalltag und Feierabend um eine fixe Zeit, keinen 7 Tage Urlaub, ja sogar eine Übernachtung auswärts ist ein großer Organisationsaufwand. Ich mach die Buchhaltung oft am Sonntag am späten Abend oder sehr zeitig in der Früh…. aber das ist alles unwichtig, im Vergleich mit dem Privileg der Selbstbestimmung und Freiheit.

An dieser Stelle kann ich Euch nur wieder wärmsten empfehlen auf Euer Herz zu hören und Euren Weg zu gehen. Wir haben nur dieses eine bewußte Leben und wir sollten jeden Tag aufs Neue das Beste daraus machen.

Wer dafür noch einen kleinen Anstoß braucht, besucht mich und die Tiere mal zu einem Workshop auf Hof-Sonnenweide und holt sich das letzte bisschen Mut, Klarheit, Sicherheit, Freude, Orientierung,…was immer Du brauchst um den nächsten Schritt zu gehen. Infos, Videos und Anmeldung zu den Workshops findest du hier

Sonntag, 21. Mai 2017

Jede Veränderung beginnt mit einer Entscheidung

Meist beginnt es mit einem Gefühl das uns sagt: „Irgendetwas stimmt nicht.“ Bei mir äußert sich das meist so, dass ich grantig werde und scheinbar grundlos schlechte Laune habe. Ich reagiere ärgerlich auf Situationen die mir im Normalfall vollkommen gleichgültig sind oder die ich nicht einmal wahrnehme. Ich habe oft trübe Gedanken und nehme alles Negative rund um mich viel stärker war als sonst, auch wenn es nicht unmittelbar etwas mit mir zu tun hat.

Da ich mich selbst sehr gut kenne, weiß ich, dass es jetzt an der Zeit ist zu hinterfragen was los ist. Was genau verursacht diese ungute Stimmung in mir, welche Situation muss ich ändern. Das ist ein Punkt der mir, aufgrund meiner jahrelangen Erfahrung mit mir selbst, sehr leicht fällt. Ehrlichkeit zu sich selbst ist dabei eines der wichtigsten Dinge und so banal das klingt, vielen Menschen fällt das gar nicht so leicht. Oft ist es einfacher sich selbst zu belügen und so tun als wäre alles in Ordnung. Das Gefühl auf äußere Umstände zu schieben, für die man scheinbar nichts kann. Viel Stress in der Arbeit, ein unguter Kollege, nervige Kinder und leider muss auch sehr oft der Partner herhalten. Wir fühlen uns unverstanden, ungeliebt und abgelehnt.


In Wahrheit steckt aber IMMER dahinter, dass wir etwas an uns selbst ablehnen und nicht akzeptieren können.

Wenn ich dann weiß, was hinter meinen Gefühlen und meiner Stimmung steckt, habe ich immer drei Möglichkeiten wie ich mit der Situation umgehen kann.

„Take it, change it or leave it“ 
Annehmen oder verändern oder verlassen

Am Beispiel eines ungeliebten Jobs kann man sich das gut vorstellen:

Möglichkeit 1: Ich behalte meinen Job und lasse alles so wie es ist.
Möglichkeit 2: Ich nehme Änderungen innerhalb meiner Arbeit oder meiner Einstellung dazu vor. Möglichkeit 3: Ich verlasse die Situation und suche mir einen anderen Job.

Ich persönlich entscheide mich in solchen Situationen fast immer für den radikalsten Schritt und verändere oder verlasse die Situation die mir nicht gut tut. Aber das kann jeder für sich selbst entscheiden. Wichtig ist mir nur zu betonen das wir immer eine Wahl haben. Das heißt nicht das es immer Möglichkeiten zwischen einer guten und einer schlechten Wahl gibt, manchmal sind beide Optionen nicht prickelnd aber eine Wahl haben wir immer.

Es ist unglaublich befreiend sich zu entscheiden. Es gibt kein schlimmeres Gefühl als ewig vor sich hin zu eiern und niemals zu einer Entscheidung zu gelangen. Lieber eine (scheinbar) falsche Entscheidung als überhaupt keine.

Glaubt mir, ich bin Expertin dafür 😏

Montag, 8. Mai 2017

Mut ist die Fähigkeit trotz Angst zu handeln




Ich werde oft als mutiger Mensch bezeichnet. Aber was ist Mut eigentlich. Oft glauben wir das mutige Menschen keine Ängste haben. Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen das dies nicht der Fall ist. Auch in meinem Umfeld, gibt es einige Menschen die mutig sind, aber auch sie sind keine Übermenschen und haben dieselben Ängste und Zweifel an sich selbst wie alle andere.

Was macht aber den Unterschied aus? Ich habe eine gute Erklärung gefunden, frei zitiert nach Desmond Tutu (südafrikanischer Erzbischof): Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst, sondern die Fähigkeit trotz der Angst zu handeln.

Jeder von uns hat Mut, nur nicht in denselben Situationen. Als mutig werden häufig Menschen bezeichnet die etwas tun, das von der Norm abweicht. Die gegen den Strom schwimmen und das tun, was ihnen ihr Herz eingibt. Wir bewundern solche Menschen aber meist erst, wenn sie uns bewiesen haben, dass sie mit ihrem Handeln Erfolg haben. Schaffen sie es nicht, das Ziel zu erreichen, drehen wir uns oft um und murmeln mehr oder weniger verdeckt, dass wir das ja von Beginn an gewusst hätten.

Ich denke die meisten von uns tragen diese negativen Gedanken über andere Menschen in sich. Was wir damit allerdings tun, ist uns selbst in unserem Mut zu blockieren. Wenn ich selbst so über andere denke, was werden dann alle anderen über mich denken, wenn ich den Mut habe, etwas anders zu machen? Was werde ich über mich selbst denken, wenn ich es nicht schaffe. Wie gehe ich mit dem Scheitern um? Wie ertrage ich die Verachtung der andern? Aus diesem Grund, bin ich mir ganz sicher, werden viele mutige Träume nicht ausgelebt, aus Angst vor den Konsequenzen und der Verachtung von außen.

Vor dem Mut, kommt die Selbstliebe und das Vertrauen in meine innere Stimme. Daran sollten wir alle arbeiten. Nur wenn ich mich selbst mag und anerkenne, welche Fähigkeiten ich in mir trage, wird es leicht, mutig zu sein und den nächsten Schritt zu gehen. Dann nehme ich Zweifel von anderen Menschen gar nicht wahr und handle so, wie ich es für richtig halte. Wir müssen lernen zu unterscheiden, was uns zurückhält. Ist es die eigene Stimme oder die der anderen.

Und erinnert Euch mal daran, vielleicht an die Zeit als ihr Kinder wart, an das Gefühl, wenn ihr Eure Angst überwunden habt und etwas mutiges gemacht habt. Bei mir war es im Schwimmbad das 10 Meter Brett. Man fühlt sich danach wie ein Held, oder?